Von der ersten Idee bis zur Genehmigung der Oberstufe

Der Ursprung der Profiloberstufe Lengede datiert auf den Spätsommer 2008. Wenige Wochen zuvor wurden mehr als 100 Schülerinnen und Schüler an der bis dato einzigen Integrierten Gesamtschule im Landkreis Peine, der IGS Peine, wegen mangelnder Kapazitäten abgelehnt.

Eine Idee greift um sich

Es ist Oktober 2008. Die neu ernannte Schulleitung der Willi-Frohwein-Realschule Lengede entwickelt ein 14 Thesen starkes Papier zur Gründung einer Integrierten Gesamtschule am Standort Lengede, das neben zahlreichen Indikatoren eine detaillierte Chancen-Risiken-Analyse enthält. Die Resonanz auf Seiten der Lengeder Politik ist parteiübergreifend überwältigend. Der Bürgermeister unterstützt das Vorhaben und fördert es mit großer Intensität. Die Mehrheit der Landkreisabgeordneten stellt sich ebenfalls hinter die Planungen. Zeitgleich gründet sich eine mehrheitlich aus Grundschul- und Kindergarteneltern bestehende "Elterninitiative IGS Lengede".

Die IGS Lengede wird genehmigt

Ende 2008 wird eine inhaltliche Konzeption erarbeitet und der Landkreisverwaltung vorgestellt. Die Landkreisverwaltung gibt ein Gutachten zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans in Auftrag. Dieses wird im Februar 2009 veröffentlicht.

"Es wird empfohlen, eine 5-zügige IGS als Ganztagsschule mit gymnasialer Oberstufe am Standort Lengede in Trägerschaft des Landkreises mit dem Einzugsbereich Süd-Ost ... mit Errichtungsdatum 01.08.2010 in die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Peine aufzunehmen und einen entsprechenden Antrag an die Landesschulbehörde vorzubereiten." (Karl-Heinz Uflerbäumer 2, S. 23)

Mitte März 2009 fasst der Kreistag folgenden Beschluss:

"Die Verwaltung wird beauftragt, die Vorbereitungen für die Genehmigung einer IGS in Lengede nach entsprechender Bekundung des Elternwillens durchzuführen, deren Genehmigung bei der Landesschulbehörde zu beantragen und darauf hinzuwirken, dass ... das Abitur nach 13 Jahren abgelegt werden kann." (Protokoll des Kreistages vom 11.03.2009, S. 9)

Mit einer durchgeführten Elternbefragung wird im November das große Elterninteresse an der Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe am Standort Lengede bestätigt.

Am 13.01.2010 wird die IGS Lengede durch die Landesschulbehörde genehmigt.

Ein innovatives Schulkonzept entsteht

Eine aus acht Lehrkräften und einem Mitglied des Kreiselternrates bestehende Planungsgruppe nimmt im Februar 2010 ihre Arbeit auf. In einem ersten Schritt werden systematisch die gemeinsamen Elemente herausragender Schulen analysiert. Hierzu werden die Finalisten des Deutschen Schulpreises unter die Lupe genommen. Es wird mehr als 50 Stunden Filmmaterial über sogenannte "Leuchtturmschulen" gesichtet. Alle veröffentlichten "Organisationsskizzen" herausragender deutscher Gesamtschulen werden gelesen. Zur Verfügung stehende Veröffentlichungen über das skandinavische Bildungssystem, insbesondere die schwedische Skola 2000 Konzeption, werden genauestens betrachtet. Alle Überlegungen werden mit den Erkenntnissen der TIMS- und PISA-Studien sowie mit den Ergebnissen des erst kurz zuvor abgeschlossenen größten gesamtdeutschen Unterrichtsentwicklungsprogramms SINUS-Transfer abgeglichen. Zuletzt werden die Erkenntnisse der weltweit umfassendsten Meta-Studie über Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit schulischen Lernens, die Hattie-Studie, betrachtet.
Das Ergebnis ist eine Schul- und Unterrichtskonzeption, die nicht auf persönlichen Meinungen, dem subjektiven Gefühl oder tradierten Ansichten beruht, sondern auf fundierten wissenschaftlichen und reflektiert erfahrungsbezogenen Kenntnissen.

Die Anmeldezahlen in der Sek. I übertreffen alle Erwartungen

Die IGS Lengede ist in der Sekundarstufe I fünfzügig genehmigt. Im ersten Jahr werden 120 bis 130 Anmeldungen erwartet. Am Ende des dritten Anmeldetages im Sommer 2010 steht die Zahl bei 200. Trotz demographisch bedingter sinkender Schülerzahlen im Einzugsgebiet hätte die IGS auch in den darauffolgenden Jahren bis zu siebenzügig werden können.

Die gymnasiale Oberstufe wird genehmigt

Bereits 2009 schreibt Uflerbäumer in seinem Gutachten:

Ohne die Zusammensetzung der Schülerschaft an der 2. IGS genau zu kennen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass an der zweiten IGS ein Bedürfnis für die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe als Ergänzung des Angebotes im Sekundarbereich I festgestellt werden kann." (Uflerbäumer 2009, S. 10)

Ein weiteres vom Landkreis Peine in Auftrag gegebenes Gutachten bestärkt diese Einschätzung:

Die Gesamtschule der Einheitsgemeinde Lengede ... wird fünfzügig bleiben und eine dreizügige gymnasiale Oberstufe aufbauen können. Dies wird hier aus der Sicht des Planers ausdrücklich ... empfohlen." (Krämer-Mandeau/Scharnhorst-Engel 2014, S. 346)

Es gründet sich eine Elterninitiative "Gymnasiale Oberstufe IGS Lengede", die mit Politik und Landkreisverwaltung in Kontakt tritt. Die Schulleitung der IGS Lengede führt zahlreiche Gespräche mit Politikern unterschiedlicher Parteien, aus Land, Landkreis und Gemeinden, mit dem Landrat und Bürgermeistern. Am 2. Juli 2014 beschließt der Kreistag dann mit großer Mehrheit:

Die Verwaltung des Landkreises Peine wird beauftragt, die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS Lengede ab dem Schuljahr 2016/17 bei der Landesschulbehörde zu beantragen." (Protokoll des Kreistages vom 02.07.2014, S. 9)

Als erste der 2010 gegründeten niedersächsischen Integrierten Gesamtschulen erhält die IGS Lengede im Dezember 2014 die Genehmigung zur Einrichtung einer Sekundarstufe II.

Am 11.12.2014 ist die gymnasiale Oberstufe durch die Landesschulbehörde genehmigt.

comments powered by Disqus