Jahrgang 12/13 der Profiloberstufe Lengede: Qualifikationsphase

Die Jahrgänge 12 und 13 sind die zentralen Jahrgänge auf dem Weg zum Abitur. Uns war vom ersten Tag an klar, dass wir keine traditionelle Oberstufe aufbauen wollten, die aufgrund ihres unverbundenen Nebeneinanders von Fächern seit vielen Jahren in der Kritik steht (siehe Anforderungen an eine zeitgemäße Oberstufe).

Eröffnung neuer Horizonte

Der Weg in die Oberstufe soll für Schülerinnen und Schüler bedeuten neue Horizonte zu entdecken, Herausforderungen anzunehmen, neue Dimensionen der Welt zu begreifen, ihre Komplexität mehr und mehr verstehen zu wollen, beweglich zu sein, um aktiv das eigene Lernen und Leben, sich selbst und die Welt zu gestalten.

Die Profiloberstufe Lengede lädt dazu ein, sich in der globalisierten Welt zu verorten, Wissen zu sammeln und Stellung zu beziehen, handlungsfähig zu werden, um das eigene Leben und die umgebene Welt bestmöglich, nachhaltig und gegenwarts- und zukunftsorientiert mitgestalten zu können.

Um dieses zu erreichen bedarf es Unterrichtsformen,

  • die über Fächerverbindungen ein Lernen in Zusammenhängen ermöglichen,
  • die Erfahrungsräume für experimentelles und eigenverantwortliches Lernen eröffnen,
  • die den Sinn- und Bedeutungsgehalt des Lernens erfahrbar machen.

Realitätsbezogene Themen, sinnstiftende Kontexte und herausfordernde Fragestellungen leiten als Roter Faden den Unterrichtsprozess.

Fächerübergreifender Unterricht in Profilen

Zentrales Merkmal einer Profiloberstufe ist die Ergänzung des fachbezogenen Lernens um fächerübergreifende, fächerverbindende und projektorientierte Lehr- und Lernphasen. Wir wollen mit dieser besonderen Organisationsform bewusst neue Akzente setzen. Folgende Profile bieten wir an:

  • Junior Ingenieur
  • Life Science
  • ZeitRäume
  • Communication and Business - International
  • KulturArt

Die unterschiedlichen Profile decken ein breites Spektrum an Interessen ab. Möglichst jeder Jugendliche soll sich mit seinen Neigungen und Stärken in einem der Profile wiederfinden. Die Profile sprechen unterschiedliche Interessen an und sind ein Spiegelbild aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen.

Im Laufe der 11. Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler die Profile kennen. Die Lehrkräfte unterstützen die Jugendlichen darin, ihre Schwerpunktinteressen zu finden und sich der eigenen Stärken bewusst zu werden. So wird die Profilwahl am Ende des 11. Jahrgangs auf ein sicheres Fundament gestellt.

Fächerkombinationen

In Jahrgang 12 und 13 der gymnasialen Oberstufe gibt es Fächer auf erhöhtem Niveau und Fächer auf grundlegendem Niveau. Die Fächer auf erhöhtem Niveau werden vierstündig, die Fächer auf grundlegendem Niveau werden - je nach Fach - zwei- oder vierstündig unterrichtet. Sport und das Seminarfach werden mit 2 Wochenstunden erteilt.

Jedes Profil hat profilleitende Fächer. Diese, sowie einige weitere Fächer, werden von allen Schülerinnen und Schülern des jeweiligen Profils gemeinsam besucht. Zu den profilleitenden Fächern gehören das Seminarfach, zwei Fächer auf erhöhtem Niveau sowie ein Fach auf grundlegendem Niveau.

Zur individuellen Akzentuierung gibt es bei weiteren zu belegenden Fächern Wahlmöglichkeiten. Hinzu kommen optional zu belegende Fächer. Diese Fächer werden i.d.R. im Kurssystem profilübergreifend unterrichtet.

Semesterthemen und zentrale Fragen

In den Profilen steht jedes Semester unter einem übergeordneten Rahmenthema. Die Profilgruppe arbeitet an der Beantwortung einer zentralen profilspezifischen, fächerübergreifenden Fragestellung. Dazu wirken drei Elemente zusammen:

  • die fachspezifischen Themen und Methoden des Fachunterrichts,
  • die fächerübergreifenden Themen und Methoden des Seminarfachs,
  • die selbst bestimmte projektorientierte wissenschaftspropädeutische Forschungsarbeit.

Fächerübergreifendes Lernen im Fachunterricht

Die im Fachunterricht zu bearbeitenden Inhalte und die zu erlernenden fachspezifischen und allgemeinen Methoden sind größtenteils in den Kerncurricula und den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) für die gymnasialen Oberstufe vorgegeben. Innerhalb des vorgegebenen Rahmens gibt es jedoch Spielräume. Diese Spielräume werden an der Profiloberstufe Lengede gezielt genutzt, um zu verdeutlichen,

  • welchen Beitrag das Fach zum Verständnis übergeordneter Fragestellungen leistet,
  • welches die Stärken des Fachs bezüglich der Lösung komplexer Probleme sind,
  • wo die Grenzen der Fachmethoden zur Beantwortung kontextbezogener Fragen liegen.

Das Seminarfach als Kristallisationspunkt des Profils

Im Seminarfach laufen die einzelnen Fachaspekte zusammen. Dort werden die Fachmethodiken der einzelnen Fächer einander gegenübergestellt und Reichweiten und Grenzen kritisch analysiert, dort wird in die allgemeinen Methodiken wissenschaftlichen Arbeitens eingeführt, dort werden die Projektthemen vergeben, die Projektpläne besprochen und die Ergebnisse präsentiert.

Inhalte, die für das Verständnis des Semesterthemas und die Bearbeitung der Semesterfrage notwendig sind - jedoch nicht in einem der profilleitenden Fächer aufgegriffen werden können -, werden im Seminarfach vermittelt.

Zur kritischen Interpretation wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie zur reflektierten Nutzung wissenschaftlicher Verfahren sind wissenschaftstheoretische Grundkenntnisse erforderlich. Auch diese vermitteln wir im Seminarfach.

Semesterprojekte

Jedes Semester führen die Oberstufenschülerinnen und -schüler alleine oder in einer Kleingruppe selbstbestimmt und eigenverantwortlich ein Projekt durch, dokumentieren dieses und präsentieren das Ergebnis. Die zu bearbeitenden Fragestellungen ergeben sich aus dem Semesterthema. Als Grundlage können Literaturanalysen, Experimente, Feldversuche, Befragungen o.ä. dienen.

Die Semesterprojekte werden über das Seminarfach, manchmal auch über eines der anderen Profilfächer, begleitet. Die Bearbeitung erfolgt i.d.R. außerhalb des Unterrichts in schuleigenen Arbeitsräumen, auf der Profilfahrt oder am heimischen Schreibtisch.

Profilfahrten

In jedem Semester gibt es i.d.R. eine eintägige Profilfahrt. Diese ist am Semesterthema ausgerichtet und ermöglichst das realitätsnahe Lernen an einem außerschulischen Lernort.

Hinzu kommt in Jahrgang 12 oder 13 eine einwöchige profilbezogene Studienfahrt. Diese wird zur Bearbeitung der entsprechenden Semesterfrage genutzt. Das Projekt in dem entsprechenden Semester ist an die Studienfahrt angebunden. Je nach Profil erfolgt die Profilfahrt an einen Ort im Inland oder im Ausland.

Profiltag

Einer der Unterrichtstage ist ein Profiltag. An diesem Tag findet ausschließlich Unterricht in den profilleitenden Fächern statt. Mehrmals im Semester wird an diesem Tag der Fachunterricht zugunsten von fächerübergreifender Projektarbeit, eintägiger Profilfahrt oder des gezielten Aufbaus fächerübergreifender, inhaltsorientierter und prozessorientierter Kompetenzen aufgelöst.

Wir sind davon überzeugt, dass bestimmte in den Kerncurricula oder den Einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) der gymnasialen Oberstufe ausgewiesenen Kompetenzen im klassischen Fachunterricht nicht oder nicht effizient und nachhaltig aufgebaut werden können. Der Profiltag ermöglicht hier die Realisierung anderer, stärker zielführender Organisationsformen.

Abiturprüfung

Jede Abiturientin und jeder Abiturient hat an vier schriftlichen und einer mündlichen Abiturprüfung teilzunehmen. Drei der vier schriftlichen Abiturprüfungen erfolgen in den vierstündigen Fächern auf erhöhtem Anforderungsniveau. Ein schriftliches und ein mündliches Prüfungsfach können im Rahmen der Rechtsvorgaben unter den Fächern auf grundlegendem Anforderungsniveau frei gewählt werden.

Sowohl vor der Profilwahl als auch vor der Wahl des vierten und fünften Prüfungsfaches erfolgen individuelle Beratungen durch die Schule.

Informationen zu den Profilen

Informationen zu den einzelnen Profilen finden sich unter Fünf Profile zur Auswahl - Ein Überblick.

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